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Japans Speicherauktion 2026 startet: Zellzertifizierung verändert den Wettbewerb
ViriHub Insights · Japanischer Markt
Die japanische Auktion für langfristig dekarbonisierte Stromquellen im Fiskaljahr 2026 ist in die Teilnehmerregistrierung gestartet. Für Lithium-Ionen-Projekte geht es nicht nur um Mengendeckel und Gebotspreise: Zellen, die im eigenen Werk eines Herstellers mit anerkanntem Versorgungssicherungsplan gefertigt werden, verändern nun die Reihenfolge der Zuschlagsermittlung. Technisches Konzept, Lieferkettennachweise und Finanzmodell müssen deshalb gemeinsam belastbar sein.
Sachstand geprüft bis 15. Oktober 2026.
1. Die Unternehmensregistrierung ist erst der Anfang
OCCTO, der japanische Koordinator für den überregionalen Übertragungsbetrieb, veröffentlichte den Registrierungs- und Gebotsfahrplan am 9. Oktober. Jede Stufe baut auf der vorherigen Prüfung auf; unvollständige frühe Unterlagen können die spätere Zulassung gefährden.
| Stufe | Offizielles Fenster | Projektfokus |
|---|---|---|
| Unternehmensdaten | 13.–16.10.2026 | Daten des Marktteilnehmers |
| Stromquellendaten | 19.–23.10.2026 | Projekt-, Netz-, Technik- und Nachweisdokumente |
| Erwartete Kapazität | 9.–15.12.2026 | Prüffähige Kapazitätsgrundlage |
| Gebotsabgabe | 19.–26.01.2027 | Gebot nach Abschluss der Registrierungsprüfungen |
| Berechnungsparameter | 27.01.–03.02.2027 | Parameter zur Herleitung der Gebotskapazität |
OCCTO strebt die Veröffentlichung der Ergebnisse etwa drei Monate nach Gebotsschluss im folgenden Fiskaljahr an; die Preisüberwachung kann den Termin verschieben. Netzanschlussantwort, Technik, Beschaffung, Geschäftsplan und Nachweise müssen daher bereits jetzt vorbereitet werden.
2. Der Spielraum für Speicher ist begrenzt
Die Gesamtmenge dekarbonisierter Stromquellen beträgt 5 GW. Daneben gelten getrennte Obergrenzen: 400 MW für Lithium-Ionen-Batterien, 400 MW für Nicht-Lithium-Batterien sowie zusammen 400 MW für Pumpspeicher und Langzeitspeicher (LDES). Eine Obergrenze beschreibt den Wettbewerbsraum, nicht eine Vertragsgarantie.
Die Ergebnisse 2025 zeigen die Konkurrenz: Bei Lithium-Ionen-Batterien standen 1,525 GW Geboten 551 MW Zuschlag gegenüber, rund 36%. Bei Nicht-Lithium-Batterien waren es 1,206 GW und 700 MW, rund 58%. Zusammen wurden 2,731 GW angeboten und 1,251 GW bezuschlagt, rund 46%. Diese historischen Quoten prognostizieren die neue Runde nicht, zeigen aber das Zusammenspiel von Preis, Eignung und Lieferfähigkeit.
| Batterieklasse 2025 | Geboten | Bezuschlagt / Quote |
|---|---|---|
| Lithium-Ionen | 1,525 GW | 551 MW / ca. 36% |
| Nicht-Lithium | 1,206 GW | 700 MW / ca. 58% |
| Zusammen | 2,731 GW | 1,251 GW / ca. 46% |
3. Zuerst gelten 30 MW und sechs Stunden Dauerbetrieb
Batterie-, Pumpspeicher- und LDES-Projekte benötigen mindestens 30 MW auktionsfähige Leistung am Übergabepunkt. Sie müssen mindestens einmal täglich sechs Stunden durchgehend betrieben werden können; auch die Jahresdurchschnittsdauer in der Berechnung der erwarteten Kapazität muss mindestens sechs Stunden betragen.
Die Regelungsfähigkeit ist während der gesamten Laufzeit zu erhalten. OCCTO verlangt grundsätzlich Governor-Free-Regelung (GF), Lastfrequenzregelung (LFC) und Economic Dispatch Control (EDC) samt Netz- und Leittechnik. Eine eng begrenzte Ausnahme gilt für bestimmte Anlagen unter 100 MW ohne mögliche Glasfaserverbindung; Regelungsfähigkeit ist dennoch kein Wahlmerkmal.
Leistung am Übergabepunkt, Dauer, Degradation, Eigenbedarf, Steuerung und Netzanschluss müssen in einem nachvollziehbaren Parametersatz zusammenpassen. Nennwertkonformität ohne belastbaren Nachweis reicht nicht.
4. Die Zellzertifizierung verändert die Zuschlagsreihenfolge
„Zertifiziert“ meint kein allgemeines Qualitätssiegel. Gemeint sind Zellen eines Herstellers, dessen Plan zur Sicherung der Batterieversorgung nach dem japanischen Economic Security Promotion Act anerkannt ist. Die Zellen müssen in einer Produktionsstätte gefertigt werden, die dem Hersteller gehört; OEM-Fertigung bei Dritten zählt nicht.
Der Batterie-Geschäftsplan muss den Anerkennungsnachweis enthalten. Die Beschaffung sollte prüfen:
- Identität von anerkanntem Hersteller und Vertragspartner;
- Eigentum des Herstellers oder einer zulässigen kontrollierten Tochter an der tatsächlichen Zellfabrik;
- Abdeckung der konkreten Zelle durch Anerkennung und Nachweise; und
- eindeutige Zuordnung von Hersteller, Produktionsgesellschaft, Werk und Dokumenten.
Zertifizierte Lithium-Ionen-Projekte werden in der ersten Ermittlung zusammen mit den übrigen geeigneten Stromquellen berücksichtigt. Nicht zertifizierte Lithium-Ionen-Projekte folgen erst, wenn danach noch Spielraum unter der 400-MW-Obergrenze besteht. Sie sind nicht von der Teilnahme ausgeschlossen, starten aber in einer späteren Stufe und konkurrieren nicht nur über den Preis.
| Pfad | Kernbedingung | Reihenfolge |
|---|---|---|
| Zertifiziertes Lithium-Ionen-Projekt | Anerkannter Hersteller + eigenes Werk + abgedeckte Zellen + Nachweise | Erste Ermittlung |
| Nicht zertifiziertes Projekt | Alle übrigen Teilnahmebedingungen bleiben verbindlich | Später, falls Kapazität frei bleibt |
Nach Veröffentlichung des Zuschlags darf ein zertifizierter Zellhersteller nur durch einen anderen zertifizierten Hersteller ersetzt werden. Die Lieferkettenwahl prägt damit auch das Änderungsmanagement nach Zuschlag.
5. Langfristige Kapazitätserlöse sind kein garantierter Gewinn
Mehrjährige Kapazitätserlöse erhöhen die Investitionssicherheit. Die Laufzeit beträgt grundsätzlich 20 Jahre; für Batterien kann in Jahresschritten eine längere Laufzeit bis maximal 40 Jahre beantragt werden.
Kapazitätserlöse werden jedoch nicht einfach vollständig mit Markterlösen addiert. Beim Ist-Ergebnis-Modell sind nach den Regeln etwa 90% der sonstigen Markterlöse zurückzuführen. Eine Fixierung der Rückführung ist ebenfalls vorgesehen, doch Höhe und Funktionsweise richten sich nach den jeweils aktuellen Leitlinien, Vertragsbedingungen und späteren Entscheidungen.
Mit längerer Laufzeit müssen Annahmen länger tragen. Das Modell braucht Verstärkung und Austausch, Degradation, Verfügbarkeit, Betriebskosten, Lieferantenpflichten, Versicherung, Restwert, Erlösrückführung und Vertragsstrafen. Der Zuschlagspreis allein ist kein Lebenszyklus-Cashflow.
6. Vier Prioritäten für diese Runde
- Registrierungsstand sichern. Unternehmens-, Stromquellen- und Kapazitätsregistrierung haben getrennte Fenster.
- Technik am Übergabepunkt neu prüfen. 30 MW, sechs Stunden, Jahresdurchschnitt und Regelungsfähigkeit in prüfbare Parameter übersetzen.
- Zellprüfung vorziehen. Hersteller, Produktionsgesellschaft, Werk und Nachweise vor dem Design-Freeze abgleichen.
- Langfristigen Cashflow neu rechnen. Erlösrückführung, Degradation, Austausch, Betrieb und Erfüllungspflichten gemeinsam modellieren.
Die Auktion führt Technik, Lieferkettennachweise und Finanzmodell in einem Entscheidungsprozess zusammen. Geboten wird Anfang 2027; die Wettbewerbsposition muss bereits in den Registrierungsunterlagen vom Oktober 2026 verankert sein.
Primärquellen
- OCCTO: Zeitplan der Long-Term Decarbonization Power Source Auction FY2026
- OCCTO: Ausschreibungsleitlinien FY2026
- Agency for Natural Resources and Energy: Ergebnisse FY2025, 13. Mai 2026
- Electricity and Gas Market Surveillance Commission: Überwachung von Gebotspreisen und sonstigen Markterlösen
Hinweis: Dieser Beitrag dient Forschung und Marktaustausch und ist keine Investitions-, Rechts-, Gebots- oder Finanzierungsberatung. Termine, Mengen, Eignung, Nachweise und Verträge können sich ändern; maßgeblich sind die neuesten Behördenmitteilungen, Leitlinien, Vertragsbedingungen und Projektunterlagen.